Veränderungen als Team beschlließen

"Themen wie Arbeit und Karriere werden in unserer Gesellschaft auf eine bestimmte Weise bewertet“, sagt Schwiderski. Der Mann einer erfolgreicheren Frau bekäme deshalb nicht selten kränkende Kommentare zu hören. Manche Frauen wiederum verstecken berufliche Erfolge, um ihren Partner nicht zu verletzen.

Jedes Paar muss konkret über das berufliche Engagement reden. „Dies gilt besonders bei Veränderungen“, sagt Schwiderski. Wenn jemand beispielsweise einen Chefposten annehmen wolle, sollten beide zusammen überlegen, welche Freiräume für die Partnerschaft blieben. Das Paar könnte einen bestimmten Abend in der Woche für gemeinsame Unternehmungen reservieren.

Ein Babysitter entlastet

Es ist wichtig, dass beide Parteien auf ihre Kosten kommen. Möchte jemand zum Beispiel ein Abendstudium aufnehmen, wird er sich für einen längeren Zeitraum nicht mehr so stark im Haushalt oder in der Kindererziehung engagieren können. „Sein Partner sollte sich überlegen, was er während oder nach dieser Zeit als Ausgleich möchte“, sagt der Therapeut. Möglicherweise könne eine Haushaltshilfe oder ein Babysitter Entlastung bringen. Oder das Paar vereinbart, dass nach dem Studium des einen der andere ein ähnlich zeitaufwendiges Ziel verfolgen darf.

„Langfristige Abmachungen sollte man schriftlich festhalten“, empfiehlt Schwiderski. Denn meist wüssten beide schon nach einem halben Jahr nicht mehr, wie die Abmachung genau lautete. „Letztlich sollten Beziehungen aber immer wieder für Veränderungen offen sein“, sagt Zimmermann. Ein Paar mit Beruf und Kindern müsse meist jede Woche neu verhandeln, wer an welchen Tagen den Nachwuchs von der Kita abholt oder den Einkauf erledigt. Dadurch könnten die Lasten gerecht verteilt und Freiräume für die Partnerschaft gefunden werden.

Dieser Beitrag wurde Erstveröffentlicht auf www.focus.de.

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