Nicht so viel über Gefühle sprechen...

Von Männern lieben lernen —

...sondern lieber schweigen. Und abwar­ten. Bis er fragt: „Sag mal, hast du was?“ „Nö.“ „Du hast doch was!“ „Nee, ich hab nichts.“ „Also, ich glaube, du bist genervt, weil …“ Das wäre doch mal ein spannender Gesprächsauftakt mit ver­tauschten Rollen. Endlich könnte er mal herumgründeln, warum Sie genervt, gereizt oder gekränkt sind. Und ihm würden Gedanken dazu einfallen, auf die er in der üblichen Defensive nie gekommen wäre. „Jetzt sag doch auch mal was dazu!“ Es gibt Studien, die behaupten, Frauen würden am Tag ein Vielfaches mehr reden als Männer – so richtig bewiesen ist das allerdings nicht. „Wenn man einem Mann sagt, dass man mal über die Beziehung sprechen möchte, treibt man ihn in die Enge“, erklärt der Paartherapeut Roland Kopp-Wichmann (www.paartherapie4you.de). Dahinter steckt die Grundangst vieler Männer, dass ihre Frau sie sowieso miss­versteht. Kleines Beispiel? Sie fragt: „Soll ich das schwarze oder das rote Kleid anziehen?“ Er sagt: „Das rote.“ Sie: „Du findest also, dass mir das schwarze Kleid nicht steht? Sehe ich darin dick aus?“ Er kommt aus der Nummer nicht mehr raus. Oder nur mit sehr vielen Komplimenten. Frauen lesen gern Informationen zwischen den Zeilen des Partners, obwohl für ihn da gar nichts steht. Deshalb geht er poten­ziellem Streit mit Schweigen oder vagen Antworten aus dem Weg. Eigentlich gar nicht so blöd von ihm – lieber nichts sagen als das Falsche! Frauen bringt das natürlich auf die Palme, manchmal zu Recht. Aber nicht jedes Gespräch muss sich um Gefühle und Probleme in der Beziehung drehen. Wie wäre es denn mal mit einer Frage nach etwas, das ihn wirklich interessiert? Sein Sport, seine Arbeit, das Buch, das er gerade liest? Da wird er sprudeln wie eine durchgeschüttelte Flasche Champagner. Ganz bestimmt.

STREITEN OHNE DRAMA-EINLAGEN
Wenn es schon so schwer ist, mit einem Mann ein ganz normales Gespräch zu führen, müssen wir gar nicht erst erwäh­nen, wie frustrierend es sein kann, mit ihm zu streiten. Es gibt eine weibliche Art zu streiten und eine männliche. Bei der weiblichen hagelt es Vorwürfe, Geschrei, und manchmal fliegt sogar Omas gutes Blümchenporzellan durch die Luft. Männer dagegen lassen ihre Partnerin häufig in aller Ruhe ihr Pulver verschießen, gehen auf ihre Gefühlsaus­brüche nur mit logischen Analysen ein. Und bringen sie damit erst recht zum Explodieren. Und dann wollen sie das Gespräch auch noch vertagen. Pah! „Männer konzentrieren sich in einer Debatte nur auf wenige Punkte. Darüber wird lösungsorientiert gesprochen. Frauen dagegen machen gern einen Rundumschlag. Sie sehen nicht nur das einzelne Problem, sondern haben die gesamte Situation im Blick“, erklärt Friedhelm Schwiderski. Häufig servieren sie vergangene „Sünden“ frisch auf­gewärmt.

Dieser Beitrag wurde auf www.freundin.de Erstveröffentlicht.

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