Kein Traumprinz? – So klappt die Beziehung trotzdem

Kein Traumprinz? – So klappt die Beziehung trotzdem
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Wenn die erste rosarote Liebe verflogen ist, zeigen sich die Ecken und Kanten des Partners. Damit ein Leben lang klar kommen? – Nein, danke. Wie Liebe aber auch gelingen kann, wenn der Partner nicht perfekt ist, lesen Sie hier.

Mehr als zwei Drittel der Deutschen glauben laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach an die große Liebe. Laut Paartherapeuten allerdings hängen sie damit einer Illusion nach: Den Traumprinzen gibt es nicht. Denn unabhängig davon, wie verheißend sich eine Beziehung zu Beginn auch darstellen mag: "Es gibt in allen Partnerschaften etwas, woran sich der andere stößt", sagt der Hamburger Psycho- und Paartherapeut, Friedhelm Schwiderski.

Das sind die häufigsten Klagen über das andere Geschlecht

Das, was Paartherapeuten an Klagen über Männer und Frauen hören, gleicht sich auffällig: Männer helfen zu wenig im Haushalt, reden nie über sich und sind zu wenig zärtlich, sagen die meisten Frauen. Frauen hingegen nerven Männer zu viel, indem sie immer reden wollen. Wenn er die Spülmaschine repariert, schenke sie ihm dafür zu wenig Anerkennung. Und Sex könnte es ruhig mal ein bisschen öfter geben. "Darüber klagen die Männer", sagt Paartherapeut und Buchautor Wolfgang Krüger. Gleichzeitig sei fast jeder von Krügers Klienten überzeugt, dass es mit der Liebe problemlos funktionieren könnte, wenn der Partner nur nicht so kompliziert wäre.

Die gute Nachricht: Auch wenn der Partner nicht perfekt ist, ist das kein Hinderungsgrund für eine gut funktionierende und liebevolle Beziehung. Wie das gelingen kann, erklären die beiden Paartherapeuten:

Versuchen Sie nicht, Ihren Partner zu ändern

"Es ist der unbequemere Weg, aber der effektivste, an sich selbst zu arbeiten", sagt Schwiderski. Denn auf das eigene Verhalten hat man den größeren Einfluss. Natürlich wäre es wünschenswert, dass sich beide Partner stets in allen Dingen aufeinander zu bewegen und nicht nur einer. "Aber beginnen Sie damit, sich zu fragen, was Sie falsch machen", sagt Schwiderski.


Beispiel:
Er wirft ihr vor: "Immer geht alles nach deiner Nase. Ich bin es leid, mich ständig bevormunden zu lassen und die Wochenenden so zu verbringen, wie du es planst." Übliche Gegenreaktion ihrerseits: "Wie bitte? Von dir geht keinerlei Initiative aus. Wenn ich nichts planen würde, säßen wir das ganze Wochenende immer nur zu Hause."

Der Lösungsvorschlag von Paartherapeut Schwiderski:
Sie könnte sagen: "Es stimmt. Ich habe immer viele Ideen und Vorschläge, die ich gerne umsetzen würde. Du hast weniger gemacht. Für die nächsten freien Wochenenden kannst du ja mal etwas überlegen." Indem sich die Partnerin selbst zurücknimmt, zeigt sie ihre Flexibilität und gibt ihm außerdem den Raum für Entscheidungen.

Wichtig dabei nach Auffassung Schwiderskis: Sie sollte ihm genug Zeit lassen und nicht in die übliche Hektik verfallen, nur weil Sie denke, die Entscheidung müsse jetzt fallen. Dadurch, dass sich die Partnerin von der gewohnten Position weg bewegt und in eine entspannte Haltung geht, ändert sich die Dynamik in der Beziehung. Statt Vorwürfe an ihn zu adressieren, sich zu ändern und endlich mal aktiver zu werden, schafft man dadurch eine neue Situation.
Der andere hat Zeit, selbst aktiv zu werden und weiß, dass es jetzt an ihm ist. Wichtig allerdings: Sie sollte bloß nicht in Warteposition gehen und gelangweilt und provokativ ihre Wartezeit mit wippendem Bein und ständigen Blick auf die Uhr verbringen. "Geben Sie dem anderen eine klare Botschaft, wie etwa: Auch, wenn ich jetzt etwas anderes mache, habe ich nicht das Interesse an einer gemeinsamen Aktion verloren. Sag mir Bescheid, wenn du soweit bist."

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Über die Autorin

Tanja Walter hat Psychologie studiert und schreibt als Autorin für Gesundheit, Reise und die Region.

 

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