Große Liebe, harte Arbeit

Manchmal geht es leicht, die meisten müssen kämpfen, und andere brauchen drei oder vier richtige Lieben.

Wieder haben sich zwei gefunden. Vor einem Dreivierteljahr zogen Lutz Schneider und Manja von Mutzenbecher, beide 30, in eine gemeinsame Wohnung. Ihr Alltag ist ein wenig ungewöhnlich – wenn er, Barmann in einer schicken Kneipe in Hamburg-Eimsbüttel, nach Hause kommt, schläft sie, die in einer führenden Werbeagentur arbeitet, längst -, aber sonst bemühen sich die beiden redlich, dass ihre Beziehung gelingt.

„Ich lerne gerade eine Menge über mich selbst, zum Beispiel, meinen Egoismus zurückzustellen“, sagt Schneider etwas verhalten. Seine Freundin hingegen spricht es offen aus: „Ich kann mir vorstellen, dass ich mit Lutz ein Leben lang zusammenbleibe.“ Sie, die mit ihrem Psychoanalytiker vereinbart hat, die Therapie demnächst abzuschließen, hat eine vierjährige Beziehung hinter sich. Er sagt, in seinem bisherigen Liebesleben „eher ein Vertreter der seriellen Monogamie“ gewesen zu sein: Die nächste Partnerschaft wurde angebahnt, wenn die alte „nicht mehr passte“. So einfach war das, „ohne Streit und Ähnliches“.

Das Paar hat sich viel vorgenommen im Land der Singles, der Scheidungsrekorde und der niedrigsten Geburtenzahl seit Kriegsende. Zusätzlich macht ein biologischer Faktor dauerhafte Liebe schwierig: Die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen übersteigt die 80, jene der Männer nähert sich dieser Marke.

Dieser Beitrag wurde Erstveröffentlicht auf www.focus.de.

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Über den Autor

Kurt-Martin Mayer ist FOCUS-Redakteur

 

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