Frauen machen Teams schlauer

Frauen machen Teams schlauer
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Gemischte Teams auf der Führungsetage: Was in Ländern wie Irland vorbildlich gelöst wird, steckt bei uns noch in den Kinderschuhen. Personalentscheider sollten auf mehr Diversity und mehr weibliche Führungskräfte setzen. Denn nur so entsteht nachweislich die größte Gruppenintelligenz. Warum für rein männliche Teams an der Spitze die letzte Stunde geschlagen hat, das verrate ich Ihnen hier.

Seit 2007 haben Studien es immer wieder belegt: Gemischte Teams sind einfach innovativer. Und Unternehmen mit Frauen im Vorstand sind wirtschaftlich erfolgreicher als rein männlich aufgestellte Boards. „Mixed Leadership“ lautet deshalb die aktuelle Erfolgsformel im deutschen Personalmanagement. Was ist genau darunter zu verstehen? Grundsätzlich bezeichnet der Begriff „die gemischte Besetzung von Führungspositionen“. Dies gilt ganz klar als Diversity-Strategie. Die Notwendigkeit und Vorteile, so Gender-Diversity-Expertin Dr. Nicola Byok, hätten viele Führungskräfte mittlerweile erkannt. „Ihnen ist der Zusammenhang zwischen dem Unternehmenserfolg und dem Anteil weiblicher Führungskräfte bewusst.“

Weibliche Intelligenz: Frauen sind auf dem Vormarsch

Schauen wir in Länder wie Irland, dann sehen wir, wie das Mixed-Leadership-Prinzip vom Bewusstsein in die Betriebsstruktur großer Unternehmen positiv einfließen konnte: Schon vor sechs Jahren hatten dort 83 Prozent der untersuchten Firmen mindestens ein weibliches Vorstandmitglied! Zum Vergleich: In Deutschland sitzen gerade mal in acht Prozent der Top-Unternehmen Frauen. Warum braucht es bei uns noch Nachhilfe-Unterricht in Sachen Teamstärkung durch mehr weibliche Führungskräfte?

An sich müsste den meisten in unserer Republik der Zusammenhang zwischen Gender-Diversity und Leistungssteigerung im Team seit langem klar sein. Seit rund 20 Jahren zeigt sich bereits in den Schulen eine klare Tendenz: Mädchen starten durch, punkten mit mehr Leistung und Disziplin und beginnen öfter als Jungen mit dem Abi in der Tasche eine akademische Laufbahn. Weltweit machen Frauen häufiger und bessere Berufs- und Studienabschlüsse.

Frauen an der Spitze sind spitze

Die Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young von 2012 („Mixed Leadership; Gemischte Führungsteams und ihr Einfluss auf die Unternehmensperformance“) verglich die Teamstrukturen der 300 größten börsennotierten Unternehmen Europas und kam zu dem Schluss: Frauen an der Unternehmensspitze sind ein eindeutiger Erfolgsgarant. Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl, Börsenwert – alle Kennzahlen waren 2005 und 2010 in denjenigen Unternehmen hier der Umkehrschluss: „Vernichtend ist das Urteil für jene Konzernspitzen, die auch 2010 noch reine Männerzirkel waren. Umsatz, Gewinn, Börsenwert oder Beschäftigung: Alles ist dort schlechter als beim Durchschnitt“, fasst es die Wirtschaftsredaktion des STERN zusammen. Warum werden Männer unter Männern und alle zusammen in ihrer Gruppenintelligenz im 21. Jahrhundert nicht mehr besser?

Dieser Beitrag wurde Erstveröffentlicht auf dem Blog von Barbara H. Lutz.

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Über die Autorin

Barbara Lutz ist die Gründerin des Frauen-Karriere-Index und berät Unternehmen, die sich dem Thema Business Excellence verschrieben haben.

barbaralutz.de

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