Die toten Augen von Monaco

Der neue Look von Charlène von Monaco gibt Anlass zu den unterschiedlichsten psychologischen Diagnosen. Auch das Aussehen von Helene Fischer bereitet der Klatschpresse Sorgen. Und für wen soll Jenny Elvers eigentlich noch Werbung machen, wenn sie demnächst ins Dschungelcamp geht?

Es ist etwas Unerhörtes geschehen. Etwas, das die Welt, wie wir sie kennen, erschüttert hat – jedenfalls die Welt, von der wir hier berichten, die schrillbunte Klatschheftwelt. Die Nachwirkungen dieses Bebens lassen sich an den Kiosken der Republik studieren. Und dies ist das Ereignis, das im wahrsten Sinne ein einschneidendes war: Charlène von Monaco hat eine neue Frisur.

Und zwar „einen superkurzen Pixie-Haarschnitt, der am Nacken streng ausrasiert ist“, berichtet Bunte und staunt: „Ein ziemlich radikaler Look für eine Fürstin.“ Noch aufgeregter ist Gala, die für die Nachricht ihre Titelseite freiräumt: „Neue Frisur, neues Leben“, schreibt sie über Charlènes „Skandalauftritt beim Nationalfeiertag“. Als Mann blickt man da fast ein wenig neidisch nach Monaco: Unsereins muss immer erst nackt durch Fußballstadien rennen oder auf der Weihnachtsfeier betrunken den Chef verprügeln, damit man uns einen Skandalauftritt bescheinigt; als Frau braucht man sich nur das Haar kurz zu schneiden.

Angesichts der Tragweite des Geschehens scheut Gala keine Kosten und Mühen, renommierte Experten zu konsultieren. Der „Hamburger Paarpsychologe und Buchautor Friedhelm Schwiderski“ analysiert: „Die Fürstin zeigt so, dass sie nicht in erster Linie gefallen oder mit Schönheit punkten, sondern als Mensch wahrgenommen werden will.“

Dieser Beitrag wurde Erstveröffentlicht auf der Website der Frankfurter Allgemeine von Jörg Thomann.

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Über den Autor

Jörg Thomann ist Redakteur im Ressort "leben" der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Jörg Thomann

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